Glaubensselbstverständnis

Aus dem evangelikalen Schriftverständnis und Gottesbild leitet sich ein Selbstverständnis des vertretenen Glaubens ab. Zentraler Aspekt dieses Selbstverständnisses des Glaubens ist die exklusive Wahrheit der eigenen Überzeugung.

Das allein auf der Bibel gegründete Christentum ist der einzige Weg zum Heil. Nur der Mensch, der erkennt, daß er verloren ist und nur durch die Gnade Gottes durch den Glauben an Jesus aus seiner „Verlorenheit“ gerettet werden kann, und deshalb Jesus zum „Herrn über sein Leben“ macht, wird gerettet und kommt in den Himmel. Alle anderen Menschen ereilt nach ihrem Tod die Strafe „ewiger Verdamnis“, einem Zustand des „Heulens und Zähneknirschens“.

Deshalb ist es so wichtig, andere ebenfalls von der eigenen Ansicht/vom eigenen Glauben zu überzeugen. Hierin liegt der teils aggressive missionarische Grundcharakter begründet.

Ein wesentlicher und häufig betonter Aspekt des Glaubens ist seine Verankerung in Raum und Zeit. Die Auferstehung wird als historisches Ereignis verstanden, das allgemein als unumstößlich bewiesen gilt. Nach evangelikalem Verständnis kann kein Mensch gegenüber dieser Tatsache gleichgültig sein: Jeder muß zwangsläufig Position dazu beziehen. Deshalb laufen Gespräche auch häufig auf diesen Punkt zu.

Häufig, wenn auch nicht in jedem Fall, wird neben der historischen Faktizität der Auferstehung Jesu auch noch auf der ebensolchen Faktizität des Sündenfalls als notwendigem Ausgangspunkt des Heilshandelns Gottes, das durch die Auferstehung seine Erfüllung findet, bestanden. Damit ergibt sich eine „symmetrische Geschichtsbetrachtung“, die mit Schöpfung, Sündenfall und Sintflut beginnt, als Wendepunkt die Geschehnisse auf Golgatha besitzt und mit dem Weltgericht und „neuem Himmel und neuer Erde“ ihr Ende findet.

evangelikales/glaubensverstaendnis.txt · Zuletzt geändert: 2009/11/22 20:01 (Externe Bearbeitung)