Schwierigkeiten der evangelikalen Evolutionskritik

Die folgenden Ausführungen versuchen, einige der Schwierigkeiten der von evangelikaler Seite vorgebrachten Evolutionskritik, die sich vom wissenschaftlichen und erkenntnistheoretischen Standpunkt aus ergeben, aufzuzeigen und auf weiterführende Literatur zu verweisen.

In eigener Sache: Die Debatte wird oft emotional und wenig sachlich geführt. Deshalb bemüht sich die folgende Darstellung um größtmögliche Sachlichkeit. Das ändert nichts an den grundlegenden argumentativen Schwächen mancher evangelikaler Ansichten, die hier auch benannt werden.
Vergleiche den Haftungsausschluß (Disclaimer).

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit möchte ich im folgenden fünf Aspekte hervorheben, die meines Erachtens fundamentale1) Schwächen der evangelikalen Evolutionskritik sind:

  • Unwissenschaftlichkeit der Evolutionskritik
  • Lückenbüßer-Gott
  • „Intelligent Design“: der unmögliche Gottesbeweis
  • Ignoranz gegenüber dem Stand der Forschung
  • Mangelnde Qualifikation

Auch wenn sich manche dieser fünf Aspekte an einigen Stellen berühren bzw. überschneiden, sollen sie doch getrennt betrachtet werden. Auch wenn manche der genannten Aspekte als Schlagwort auf den ersten Blick vielleicht sehr pauschalisierend und vernichtend klingen, soll die Objektivität der Beschreibung soweit möglich gewahrt bleiben und im Vordergrund stehen.

Neben diesen fundamentalen argumentativen und diskursiven Schwächen der vorgebrachten Kritik gibt es ebenfalls fachliche Probleme der Evolutionskritik, so u.a. die Frage der Datierung (insbesondere durch die radiometrischen Datierungsmethoden) und die sich daraus ergebenden langen Zeiträume, die Schwierigkeiten innerhalb eines biblischen Kurzzeitrahmens bereiten.

Hinweis: Auch wenn der Autor dieser Seiten kein intimer Kenner der Szene der deutschen Evolutionskritiker ist bzw. sich zumindest nicht als solcher sieht, kennt er die evangelikale Sichtweise aus langjähriger eigener Erfahrung. Sicherlich wird die eine oder andere Sichtweise auch durch dieses eigene Erleben zwangsläufig beeinflußt.

Unwissenschaftlichkeit der Evolutionskritik

Stichwort: Verweigerung des methodischen Naturalismus

Ein häufiger Vorwurf seitens der Naturwissenschaftler, die sich mit den Anwürfen aus der Riege der Evolutionskritiker auseinandersetzen, ist der, daß der Kreationismus (gleiches gilt im Wesentlichen für die "Intelligent Design"-Bewegung) schlicht unwissenschaftlich sei, da er sich nicht an die Grundregeln der Naturwissenschaften halte.

Strenggenommen ist zur Beantwortung der Frage, inwieweit die vorgebrachte Evolutionskritik naturwissenschaftlich sei oder nicht, eine saubere Definition des Begriffes “(Natur-)Wissenschaft“ notwendig. Mit dieser Thematik befaßt sich ein ganzes Feld der Philosophie, die Wissenschaftstheorie (für weiterführende Literatur s.u.). Deshalb ist es hier in der gegebenen Kürze nicht möglich, auch nur ansatzweise eine redliche und begründete Antwort zu geben. Stattdessen sei auf zwei wesentliche Aspekte (natur-)wissenschaftlichen Arbeitens hingewiesen, die jedem, der selbst beruflich in den Naturwissenschaften arbeitet, aus dem täglichen Erleben vertraut sind:

  • Objektivitätsforderung
  • Beschränkung auf rein innerweltliche Ursachen zur Erklärung der Ergebnisse

Mit der Forderung nach Objektivität eng verbunden ist die unabhängige Wiederholbarkeit der Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen durch andere Wissenschaftler. Die Beschränkung auf rein innerweltliche Ursachen zur Erklärung der erhaltenen Ergebnisse wird gerade von Seiten der Evolutionskritik oft als unberechtigte Parteinahme zugunsten einer philosophischen Grundposition und unbegründbarer a priori-Annahme geschmäht. Trotzdem ist sie mit hoher Sicherheit die entscheidende Grundlage der modernen Naturwissenschaften und verantwortlich für deren Siegeszug.

Das Problem, wollte man auch andere als rein innerweltliche (und damit „natürliche“) Ursachen zur Erklärung zulassen, ist einfach beschrieben: Es bedeutete das Ende jeglichen Forschens, da es per se und per definitionem unmöglich ist, über außerweltliche (und damit übernatürliche) Ursachen Aussagen zu treffen oder gar Vorhersagen über deren Wirkungen zu machen.

Da dieser Punkt häufig gerade von Kritikern der Evolution mißverstanden wird: Die Naturwissenschaft steht der Existenz eines Gottes grundsätzlich neutral gegenüber. Nur wird sie nicht mit der „Hypothese Gott“ zur Erklärung irgendeines Sachverhaltes arbeiten. Wenn diese Herangehensweise der Naturwissenschaften mit den persönlichen Glaubensüberzeugungen mancher Menschen kollidieren, dann ist das nicht das Problem der Naturwissenschaften, sondern in erster Linie das der Glaubensüberzeugungen oder dessen, der sie vertritt.

Fazit: Solange sich die Evolutionskritik dem (methodischen)2) Naturalismus der Naturwissenschaften verweigert, stellt sie sich selbst außerhalb der Naturwissenschaften, ist damit per se unwissenschaftlich, und erreicht diese nicht. Deshalb wird sie auch meist von Seiten der Naturwissenschaftler nicht ernst genommen.

Literatur zur Wissenschaftstheorie

  • Karl Popper: Logik der Forschung. Mohr Siebeck, Tübingen 2005 (11. Auflage, 1. Auflage 1935)
  • Alan F. Chalmers: What is this thing called Science? Open University Press, Third Edition 1999
  • Ian Hacking: Einführung in die Philosophie der Naturwissenschaften. Reclam, Stuttgart 1996 (engl. Original: Representing and Intervening, Cambridge University Press, 1983)
  • Hans Poser: Wissenschaftstheorie. Eine philosophische Einführung. Reclam, Stuttgart, 2001

Lückenbüßer-Gott

Ein wesentliches Problem der evangelikalen Evolutionskritik ist die Fokussierung auf die (tatsächlichen und/oder vermeintlichen) Lücken und Schwächen des naturwissenschaftlichen Evolutionsmodells, anstatt ein selbständiges Forschungsprogramm vorzuweisen. Zwar gibt es zuweilen Ansätze eines kreationistischen Forschungsprogrammes. Der häufig angefügte Hinweis, daß mangels geeigneten Personals schnelle Fortschritte auf diesem Gebiet nicht zu erwarten seien, erweist sich allerdings als wenig tragfähig.

Tatsächlich sieht sich die Evolutionskritik mit dem Problem konfrontiert, daß die Naturwissenschaften mit ihrem grundlegend naturalistischen Ansatz immens erfolgreich sind, auch hinsichtlich der Klärung der Fragen bezüglich des Ursprunges und der Entwicklung des Lebens. Insofern tritt ein Forschungsprogramm, das die Entstehung des Lebens allein durch supranaturale Faktoren letztgültig erklärbar wähnt, gegen eine starke Konkurrenz an und muß ständig damit kämpfen, daß die viel weiter akzeptierte Sicht zudem noch eleganter ist und mit weniger Unbekannten auskommt.

Selbstverständlich gibt es im Evolutionsmodell Lücken und Schwächen, das ist aber gerade das Wesen naturwissenschaftlicher Modelle, Theorien und Erklärungsansätze. Genauso dazu gehört der wissenschaftliche Diskurs dieser Modelle, der teilweise durchaus emotional und hart ausgefochten wird. Trotzdem läßt sich der große Erfolg der Darwinschen Ideen ebenso wenig wegdiskutieren wie die Tatsache, daß noch zu jeder Schwäche oder Lücke über kurz oder lang Ideen und Theorien aufgetaucht sind, die das Problem innerhalb der Wissenschaft - also insbesondere durch Rückgriff auf rein innerweltliche Erklärungen und Ursachen - erklären.

Aus dieser Sicht ist der Raum für einen Gott, der die nicht innerweltlich erklärbaren Phänomene erklärt, sehr klein und wird immer wieder weiter hinausgeschoben. Lediglich die Probleme und Grenzen des aktuellen Evolutionsmodells als Raum für göttliche Intervention zu sehen, ist die klassische Formulierung eines „Lückenbüßer-Gottes“. 3)

Die einzige Möglichkeit, dem Problem des „Lückenbüßer-Gottes“ zu entgehen, wäre, große Teile der wissenschaftlichen Erkenntnis einfach nicht anzuerkennen und als unwahr zu betrachten. Solche Ansichten gibt es tatsächlich, mit einem deutlich spürbaren Hang zu den gängigen Verschwörungstheorien, sie sind aber nicht als konstruktive Beiträge für eine Diskussion ernstnehmbar.

"Intelligent Design": der unmögliche Gottesbeweis

Stichwort: ID als Gottesbeweis und Schwierigkeit/Unmöglichkeit eines Gottesbeweises nach Kant

Die „Intelligent Design“-Bewegung (ID) ist im Wesentlichen eine neue Spielart des Kreationismus, die in den USA entstand und die sich eine Neuauflage des teleologischen Gottesbeweises mit naturwissenschaftlichen Mitteln auf die Fahnen geschrieben hat. Einmal ganz abgesehen davon, daß nach Kants Kritik der klassischen Gottesbeweise jegliche Form von Gottesbeweis recht hohe Hürden zu nehmen hat, erweisen sich die Argumente der ID-Bewegung auch wissenschaftlich als wenig tragfähig.

Ein wesentlicher Ausgangspunkt der ID-Bewegung ist die sogenannte „Uhrmacher-Analogie“, zuletzt formuliert von William Paley in seiner Natural Theology (1802), einem theologischen Standardwerk der damaligen Zeit, insbesondere in England, das auch Darwin während seiner Studien begegnete und das er kannte. Paley argumentiert, man könne eine auf dem Feld gefundene Taschenuhr als intelligent konstruiertes Objekt erkennen, folglich seien auch die lebenden Organismen als Werke eines intelligenten Konstrukteurs anzusehen. Genau diese Analogie war es, die Richard Dawkins zu seinem Buchtitel „The Blind Watchmaker“ (1986, dt. Der blinde Uhrmacher, 1990) veranlaßte. Auf dieses Buch nimmt einer der Hauptvertreter der ID-Bewegung, Michael Behe, explizit Bezug in seinem grundlegenden Werk „Darwin's Black Box“ (1996, dt. Darwins Black Box. Biochemische Einwände gegen die Evolutionstheorie, 2007).

Ein Kernkonzept der ID-Bewegung ist die "nichtreduzierbare Komplexität" (irreducible complexity, dt. auch „irreduzible Komplexität“) molekularbiologischer und biochemischer Details des Lebens. Gemeint damit ist, daß es in biologischen Systemen Strukturen gibt, die nicht weiter in Einzelteile reduziert werden können, ohne ihre Funktion gänzlich zu verlieren, die aber zu komplex seien, als daß sie evolutionär entstanden sein könnten.

Neben einer insbesondere in den USA geführten zuweilen wenig sachlichen Debatte, in der u.a. vor Gericht festgestellt wurde, daß ID im Wesentlichen organisatorisch, personell und von den vorgebrachten Ideen vom schon lange bekannten Kreationsmus US-amerikanischer Prägung nicht hinreichend zu unterscheiden sei, wurden ale bislang vorgebrachten wissenschaftlichen Argumente und Einwände gegen die Evolutionstheorie bzw. Behauptungen der ID-Bewegung von Seiten der Naturwissenschaften widerlegt, auch wenn es darüber naturgemäß zuweilen unterschiedliche Ansichten gibt.

TODO „Special“ zum Thema ID, basierend auf den BAD-Artikeln

Ignoranz gegenüber dem Stand der Forschung

Es ist traurig, aber wahr, daß viele der im Rahmen der evangelikalen Evolutionskritik immer wieder vorgebrachten Argumente alt und längst widerlegt bzw. schlicht überholt sind. Das hängt vermutlich unter anderem mit der mangelnden Qualifikation der Kritiker zusammen (siehe den nächsten Abschnitt). Sicherlich ist es schwierig, in einem Fachgebiet halbwegs einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen zu behalten - nahezu unmöglich ist es, wenn man selbst nicht Wissenschaftler bzw. nicht vom Fach ist und nicht unbeschränkt viel Zeit hat. Fatal macht sich hier dann noch die Mentalität bemerkbar, den Fachleuten grundsätzlich mit Mißtrauen zu begegnen, da sie ja nicht die eigene Linie (d.i.: die eigenen Glaubensüberzeugungen) teilen.

Dazu kommt, daß insbesondere die aktuell von der „Intelligent Design“-Bewegung wieder vorgebrachten Argumente der Art: „Es gibt keine innerweltliche Erklärung für XY“, logisch nicht tragfähig sind (argumentum ad ignorantiam). Das Wesen der Naturwissenschaften besteht ja gerade darin, innerweltliche Erklärungen auf Fragestellungen zu finden, und das gelingt ihr erstaunlich gut. Und wenn man diese Erklärungen kritisieren möchte, ist das kein Problem, erfordert allerdings vom Kritiker, daß er sich in die Thematik einarbeitet und sich so befähigt, auf der gleichen Wissensebene zu argumentieren und gegebenenfalls zu widerlegen.

Mangelnde Qualifikation

Der zunächst sehr grob klingende Vorwurf, den Kritikern des Evolutionsmodells mangele es an der erforderlichen Qualifikation, soll anhand zweier unterschiedlicher Aspekte im folgenden etwas weiter ausgeführt werden:

  • Unwissenheit ob der Konsequenz und Reichweite der aufgestellten Behauptungen
  • fehlende persönliche wissenschaftliche Qualifikation der Kritiker

Auf diesem Weg hoffe ich, die Aussage objektivieren und erklären zu können. Aus eigener Erfahrung ist mir bekannt, daß auch auf Seiten der (ernsthaften) Evolutionskritiker nicht wenig Zeit darin investiert wird, falsche Argumente aus den „eigenen Reihen“ zu korrigieren. Trotzdem bin ich der Ansicht, daß die hier genannte Kritik auch auf viele ernsthafte Evolutionskritiker, zumindest an der einen oder anderen Stelle, zutrifft.4)

Konsequenz und Reichweite der aufgestellten Behauptungen

Die Aussagen, die im Rahmen einer (mehr oder weniger fundamentalen) Evolutionskritik getroffen werden, berühren meist einen weiten Bereich verschiedener Fachbereiche, angefangen von den konkreten biologischen Fragestellungen bis weit in die Philosophie (insbesondere wenn es um den Charakter der (Natur-)Wissenschaften oder die logische Struktur von Argumenten geht).

Häufig sind sich die Kritiker der Tragweite und Grundlage ihrer Argumentation nicht bewußt. Ein Beispiel: Zur Beantwortung der Frage, inwieweit „Intelligent Design“ wissenschaftlich ist oder nicht, ist ein klares Verständnis des Begriffs „wissenschaftlich“ und eine Vorstellung des Wesens der Naturwissenschaften notwendig. Wer sich mit dieser Thematik beschäftigt, sieht schnell, daß einfache Antworten fast nicht möglich sind und die Frage bis tief in die Philosophie reicht. Ohne zumindest grundlegende Kenntnisse der popperschen Wissenschaftstheorie, ihres Hintergrundes im logischen Positivismus und der neueren Entwicklungen, die u.a. mit Namen wie Kuhn, Lakatos, Hacking und Feyerabend verknüpft sind, ist eine Diskussion der Thematik nicht möglich.

Ein weiteres Beispiel ist die Bewertung der Darwinschen Evolutionstheorien: Nur wer sich die Mühe macht, ein wenig in das Umfeld Darwins einzutauchen, sich mit den damals vorherrschenden Ideen und dem von der Theologie beherrschten Universitätssystem ansatzweise vertraut zu machen, dem wird es gelingen, eine Idee zu bekommen, wie Darwin auf seine Ideen kam und was sie damals bedeuteten. Darüber hinaus liefert eine Beschäftigung mit der Person Darwins interessante Aufschlüsse über seine (sehr vorsichtige und akribische) Arbeitsweise, die dann wieder im Umkehrschluß auf die Fundiertheit seiner Theorien hinweisen.

Auf der anderen Seite kann man viele Evolutionskritiker auf ihrem „ureigenen“ Gebiet, der Theologie, „schlagen“: Die wenigsten Vertreter aus dem evangelikalen Spektrum machen sich wirklich Gedanken darüber, was die Konsequenzen ihres Schriftverständnisses sind, wo es herkommt und inwieweit es seinem Selbstanspruch als einzig wahrer Herangehensweise gerecht werden kann, einmal ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die dem menschlichen Ausleger aus der Formulierung des Schriftverständnisses (gemeint ist das in den Chicago-Erklärungen festgehaltene Schriftverständnis) erwachsen.

fehlende persönliche wissenschaftliche Qualifikation

Wissenschaftliche Qualifikation hat meines Erachtens mindestens zwei Aspekte: zum einen den rein fachlichen Aspekt des Überblicks über und der Kenntnis des eigenen Fachgebietes, zum anderen aber auch den Einblick in das Wesen der Naturwissenschaften, ihrer Komplexität, und daraus resultierend eine entsprechende Zurückhaltung, was Aussagen auf persönlich fachfremdem Terrain angeht.

  • „Schuster, bleib bei deinem Leisten“, bzw. Sokrates: „Ich weiß, daß ich nichts weiß“
    Nur weil das Thema von allgemeinem Interesse ist, heißt das noch lange nicht, daß jeder qualifiziert mitreden kann. Eine solche Sicht ist pure Selbstüberschätzung.
  • Auch ein akademischer Titel macht seinen Träger noch nicht zum Fachmann für ein spezifisches Problem. Er kann aber dazu führen, daß der Titelträger eine Idee von der Komplexität und Dimension wissenschaftlicher Probleme hat und entsprechend vorsichtig mit Aussagen ist, die nicht sein unmittelbares Fachgebiet betreffen.
  • Die wenigsten Kritiker des Evolutionsmodells sind Naturwissenschaftler, und diejenigen, die Naturwissenschaftler sind, sind nicht notwendigerweise Fachleute für das Gebiet, das sie kritisieren.

Die Folge: keine konstruktive Diskussionsebene

Die beschriebene mangelnde Qualifikation vieler Evolutionskritiker führt dazu, daß meist keine konstruktive Diskussionsebene möglich ist. Das Problem ist häufig, daß die Kritiker vermeintlich mit mehr Wissen als ihre Gesprächspartner (in aller Regel Nichtwissenschaftler, zumindest keine Fachleute für die entsprechende Problematik) daherkommen. Allerdings gibt es sehr wenige Kritiker, die einer ergebnisoffenen, nüchternen wissenschaftlichen Diskussion nicht nur offen, sondern auch fachlich gewachsen sind - und diese dann auch noch als sinnvoll ansehen5).

1) Mit „fundamental“ meine ich hier, daß es sich bei den erwähnten Aspekten um grundlegende argumentative und diskursive Schwächen handelt, die bis zu einem gewissen Grad unabhängig von den vorgebrachten Inhalten sind.
2) Die Frage, ob es sich hier um einen methodischen oder philosophischen Naturalismus handelt, worin der Unterschied zwischen beiden besteht und inwieweit das von Bedeutung ist, soll hier nicht weiter behandelt werden. Vgl. dazu z.B.: http://www.evolutionsbiologen.de/leseproben/philnaturalismus.html
3) Ein solcher Gott taugt aber ehrlicherweise nicht als vernünftiges Gotteskonzept, schon gar nicht vor dem Hintergrund des majestätischen Gottesbildes, das die Bibel aufzeichnet.
4) Das schließt auch mit ein, daß ich mich selbst in keiner Weise als Experten auf den Gebiet der Evolution oder auch nur der hier behandelten spezifischen Form der Evolutionskritik bezeichnen möchte. Dazu fehlt mir aus eigener Sicht der für einen Experten notwendige umfassende Überblick über die Thematik in ihrer ganzen Breite.
5) Meist ergibt sich die Bedeutung einer „Evolutionskritik“ ja gerade aus dem persönlichen Glaubensbild, das mit der Wissenschaft kollidiert.
schwierigkeiten/index.txt · Zuletzt geändert: 2010/07/11 16:51 (Externe Bearbeitung)